Finanzlobby fordert Bankenrettung durch Gläubiger

Finanzdienstleister

Die Association for Financial Markets in Europe (AFME) fordert die Rettung von Banken durch Gläubiger statt durch Staaten und Steuerzahler.

In einem Diskussionspapier fordert die AFME, dass Pleite-Banken künftig nicht mehr durch den Steuerzahler sondern durch die Gläubiger gerettet werden. Dafür sehen die Lobbyisten zwei Ansätze:

Bail-in
Sobald ein Geldinstitut bestimmte Kriterien der Bankenaufsicht nicht mehr erfüllt, würden schrittweise Tranchen aus unbesicherten Schulden in Eigenkapital umgewandelt. Eine Zustimmung von Aktionären und Gläubigern entfällt.

Contingent capital (Bedingtes Kapital)
Dieser Ansatz wurde in der Vergangenheit schon bei Versicherungsgesellschaften angewendet, um Verluste abzuwenden. Die Bank gibt Pflichtwandelanleihen aus, deren Umwandlung automatisch erfolgt, sobald das Eigenkapital einen bestimmten Wert unterschreitet. Eine Beteiligung der Regulierungsbehörden entfiele und die Transparenz an den Finanzmärkten würde erhöht.

In jedem der beiden Ansätze würden die Aktionäre durch Verwässerung ihrer Aktien an den Verlusten beteiligt. Auch blieben die Steuerzahler aussen vor. Eine Liquidation wäre nicht mehr nötig und die Gefahr einer Ausweitung bestünde nicht, so die AFME.

“Es gibt immer ein Risiko, dass Unternehmen scheitern, aber wir müssen sicherstellen, dass sie nicht die Wirtschaft destabilisieren oder Fonds mit Steuergeldern zur Refinanzierung benötigen.”

erklärt Mark Austen, amtierender CEO von AFME.

“Steuerzahler sollten bei einer Bankenkrise nie wieder als erste um Hilfe gerufen werden.”

so Austen weiter.

Die Vorschläge wurden von einer Gruppe aus Experten der wichtigsten Grossbanken und Anwaltskanzleien sowie der AFME erarbeitet. Sie sind Teil einer umfassenden Arbeit als Grundlage der Kontrolle der systemischen Risiken des Finanzsystems.

1 thought on “Finanzlobby fordert Bankenrettung durch Gläubiger

  1. Ist es gerecht, dass die Banker der HRE Boni bekommen? DieSache hat zwei Seiten. Natürlich erscheint es im ersten Augenblick dubios, dass die Bank mit Milliarden gestützt wird und die Angestellten Boni bekommen. Allerdings wird es schon ein hartes Stück Arbeit, die Bank zu sanieren. Das geht nicht ohne Top-Leute. Die bekommt man aber nur, wenn man marktübliche Vergütungen zahlt. Also was ist schlimmer; ein paar Boni-Millionen oder die nächste Krise?

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